Ökumenisches Kirchenzentrum am CentrO Oberhausen

Atempausen

Welche Aufgaben hat der Arbeitskreis?

Werktags um 17 Uhr gehört die Atempause im Raum der Stille zum regelmäßigen Angebot des Ökumenischen Kirchenzentrums. Die konfessionsübergreifende Andacht dauert etwa zehn Minuten, sollte lebendig gestaltet werden und den Gästen helfen, einen tieferen Blick in ihr Leben zu werfen.

In der Atempause greifen die Mitwirkenden vielfältige Themen auf. Das kann ein Erlebnis sein, das berührt hat, eine Begegnung, die ungewöhnlich war oder ein Konflikt, den es zu lösen galt. Gesellschaftliche Ereignisse, Gedichte und Geschichten, aber auch Bibeltexte werden aus der eigenen Wahrnehmung heraus betrachtet. Einige Atempausen sind sehr lebhaft, andere eher leise und leicht. Manche schaffen Wohlfühlmomente, andere regen zum Nachdenken an und hallen noch lange nach.

Nervosität sei dabei jedem zugestanden, denn es fällt vor allem am Anfang nicht immer leicht, vor einer Gruppe zu sprechen. Dennoch sollte die Andacht nicht ausschließlich nur aus dem Vorlesen eines vorbereiteten Textes bestehen. Warum hat man das Thema gewählt, worin besteht die Dringlichkeit? Entscheidend ist nicht Perfektion, Versprecher sind nicht tragisch und auch Fehler darf man sich zugestehen. Im Vordergrund stehen Offenheit und Ehrlichkeit, mit der den Anwesenden die Inhalte vermittelt werden.

Ein origineller Aufhänger sorgt für Aufmerksamkeit, eine passende musikalische Untermalung kann helfen, eine bestimmte Stimmung zu erzeugen oder Ruhe in die Andacht zu bringen. Mit gestalterischen Elementen kann das Gesagte unterstrichen werden. So lenkt ein Foto aus der Tageszeitung den Blick auf ein aktuelles Ereignis, eine Blume könnte den Bezug zur Natur und zur Schöpfung herstellen, das Anzünden einer Kerze ist vielleicht Anlass für ein stilles Gebet. Der eigenen Kreativität sind bei der Durchführung kaum Grenzen gesetzt.

In jedem Fall möchte die Atempause Impulse setzen, entspannend wirken und das Empfinden der Mitwirkenden an die Gäste weitergeben, täglich oder vielleicht auch nur für eine Weile in der Gemeinschaft des Kirchenzentrums gut aufgehoben zu sein.

Wie gestaltet sich der Arbeitsalltag?

In den regelmäßigen Arbeitskreistreffen werden neben den allgemeinen Belangen des Kirchenzentrums ausgewählte Texte besprochen. So wird gewährleistet, dass sich jeder im gemeinsamen Gespräch offen und kritisch mit unterschiedlichen gesellschaftlichen und kirchlichen Themen auseinandersetzt. Die Gestaltung einer Atempause sollte sich auf das Wesentliche beschränken, die Arbeit im Team schafft dafür immer wieder neue Ansätze.

Eine Vorgabe für eine bestimmte zu leistende Anzahl gibt es nicht, der Arbeitseinsatz kann bei den Atempausen individuell festgesetzt werden. Allerdings ist für die Mitarbeit eine längerfristige Terminabsprache erforderlich.

Das Team

Gestaltet werden die Atempausen von einer ganzen Reihe ehrenamtlich Mitwirkender und von den beiden hauptamtlichen Theologen des Kirchenzentrums. Durch die ganz unterschiedlichen beruflichen und privaten Hintergründe ist somit jede Atempause sehr individuell und persönlich geprägt.

Geleitet wird der Arbeitskreis Atempausen von Rosi Wirth-Grünwald. Sie hält das Angebot der Atempausen aus verschiedenen Gründen für wichtig: „ Als ruhiger Pol am Nachmittag, als Zeit der Besinnung neben dem Trubel in CentrO, als Ort auch für diejenigen ohne Gemeindeanbindung, aus welchen Gründen auch immer, als Anregungen für den /die Einzelne/n, als Reflexion für das eigene Leben, Kennenlernen von uns fremden oder befremdenden Sichtpunkten, als Zeit des Zusammenseins und des ökumenischen Miteinander.“

Stefan Züchner, evangelischer Pfarrer im Kirchenzentrum, fallen zum Thema Atempausen gleich eine ganze Reihe von Aspekten ein. Ihm ist es “neben allem Kaufen und Verkaufen wichtig einen Ort vorzuhalten, der bewusst anders ist und einen offenen Raum für eine Vertiefung des Lebens bereitstellt.” Außerdem “benötigen die Kirchen einen Lernort, wo sie am Puls ihrer Zeit auf die Stimmen der verschiedenen Menschen hören und von ihnen lernen kann... Wir tauschen uns als Gemeinschaft über unseren Glauben aus, feiern ihn überkonfessionell, lernen voneinander und laden Menschen dazu ein ihn mit uns zu teilen – die ganze Bewegung Kirchenzentrum lebt aus dieser spirituellen Bewegung.”

Anderen gefällt an den Atempausen nicht zuletzt die Freiheit in der Gestaltung: „Es gibt - außer der Begrenzung auf ca. 10 Minuten - keine Vorgaben, die eingehalten werden müssen. Und ich liebe die Herausforderung, die angedachten Themen in eine Sprache zu bringen, mit der ich selbst persönlich einverstanden bin und von der ich hoffe, dass sie auch für andere Gäste in der Atempause zugänglich ist. Faszinierend an den Atempausen ist außerdem, dass es oft Reaktionen gibt, die deutlich machen. Ja, das Thema ist angekommen - oder eben auch nicht."